Teterow

Warum unsere Schweiz besser ist als das Original

Bergtouren und Ski-Abfahrten gibt es in Mecklenburg-Vorpommern nicht, wohl aber gute Gründe, die Schweiz in Mecklenburg zu besuchen.

Die Schweiz ist so schön, dass es einige davon auch in Deutschland gibt: die Sächsische Schweiz zum Beispiel, die Holsteinische – und die Mecklenburgische Schweiz. Zu finden ist sie genau so einfach wie die „richtige“: Man fährt die A 19 Richtung Rostock bis zur Abfahrt 13 (Güstrow) und von da aus einfach die B 104 entlang bis Teterow. Das ist die kleine feine Hauptstadt der Mecklenburgischen Schweiz.

Schwungvolle Hügel, Seen und Wälder

Also – solche Berge wie in der Schweiz gibt es dort nicht, der höchste ist mit 124,5 Metern der Hardtberg. Aber im allgemein flachen Tiefland Norddeutschlands bieten die schwungvollen Hügel und Höhenrücken, dazwischen Seen und viele Wälder, einen reizvollen Kontrast. Und gaben der Landschaft den Namen (mehr Infos: www.mecklenburgische-schweiz.com; www.naturpark-mecklenburgische-schweiz.de).

Teterow hatte im Gegensatz zur Nachbarstadt Malchin das Glück, den Zweiten Weltkrieg unbeschadet zu überstehen. Und so bereitet heute ein Spaziergang durch die sorgsam sanierte hübsche Stadt mit ihren uralten Backsteintoren viel Vergnügen. Dabei sollte man unbedingt das Malchiner Tor besuchen.

Das Malchiner Tor stammt aus dem 14. Jahrhundert, ist ein typisches Beispiel der norddeutschen Backsteingotik. Im 19. Jahrhundert wurde es Stadtgefängnis, seit 1990 beherbergt es das Museum.

In diesem Tor und dem angrenzenden Rats- und Polizeidienerhaus wurde 1990 das Stadtmuseum eröffnet. Die heutige Leiterin Meike Jezmann war damals schon dabei und erinnert sich: „Damals gab es die DDR noch, zum Internationalen Museumstag am 18. Mai 1990 wurde das Museum im Tor eröffnet.

Wenn ich am diese Zeit denke – das war nicht so einfach in der Mangelwirtschaft damals.“ 2011/2012 erfolgte eine umfassende Sanierung. Heute können die Besucher bis in das oberste Stockwerk steigen und von dort oben schöne Blick über die Stadt und die Mecklenburgische Schweiz genießen.

In aller Gemütlichkeit durch die Kerker

Das Malchiner Tor stammt aus dem 14. Jahrhundert, ist ein typisches Beispiel der norddeutschen Backsteingotik. Im 19. Jahrhundert wurde es zum Stadtgefängnis und als solches bis 1945 genutzt. Die untere Toretage besteht noch heute aus vier Gefängniszellen samt der originalen Kerkertüren. Heute können sich die Besucher die Verließe in aller Gemütlichkeit ansehen.

Im Tor und im Polizeidienerhaus erfährt der Besucher 1:1 Interessantes vom Leben und Arbeiten der Menschen in der typischen mecklenburgischen Ackerbürger- und Handwerkerstadt. Themen sind Ackerbürger, Vorratshaltung, Mahlsteine, Wäsche und Bleiche, Schildbürgergeschichten – wie die legendäre vom Teterower Hecht (www.teterow.de).

Museumsleiterin Meike Jezmann ist seit 1986 dabei, baute das Museum auf. Sie hatte auch die Idee, die derzeitige Sonderaustellung aufzubauen.

Meike Jezmann hat immer auch den Ehrgeiz, das Museum mit Sonderausstellungen noch bunter und interessanter zu machen, drei bis vier dieser Sonderausstellungen stellt sie im Jahr auf die Beine. So wie die aktuelle mit dem Titel „Spielzeug Teterower Kinder der 1950er- bis 1970er-Jahre“. Meike Jezmann orientierte sich bei der Erarbeitung im Buch „DDR Spielzeug“ von Bernd Havenstein. Und außerdem kennt sie mittlerweile so viele Leute, dass sie immer weiß, bei wem sie nachfragen kann. 

Bis zum 2. Mai 2020 können sich die Besucher zum Beispiel einen Riesenteddy von 1959, Puppenstuben, Puppenwagen, einen Muldenkipper von 1968 aus Holz der Werdauer Firma „FWF“ von 1968 oder auch das beliebte Kinderbuch mit dem Titel „Tinko“ von Erwin Strittmatter ansehen. Hartmut Nieswandt

Öffnungszeiten des Museums: Dienstags  bis donnerstags 10 bis 12 und 13 bis 17 Uhr, freitags 13 bis 17 Uhr, sonnabends 10 bis 16 Uhr. Rufnummer 039 96 172827, E-Mail museum@teterow.de