Das Bootshaus der ehemaligen Jagdresidenz von Erich Honecker am Drewitzer See, die heute ein Ferienressort ist. Foto: Archiv Nordkurier

Urlaub am Drewitzer See in der Jagdresidenz von Erich Honecker

Paradiesische Stille, ein idyllischer Urlaub am Drewitzer See – für den ehemaligen Staatschef der DDR Erich Honecker war das nichts. Er besuchte seine Jagdresidenz in Mecklenburg-Vorpommern nur selten. Heute erfreut sich das Van der Falk Naturresort Drewitz großer Beliebtheit bei Naturfreunden.

Urlaub am Drewitzer See in Mecklenburg-Vorpommern? Den jungen Leuten vom Christlichen Jugenddorfwerk hat es gar nicht gefallen. Erich Honecker nicht so richtig, er kam nur ein paarmal. Die Schorfheide war ihm lieber. Die Rede ist von der Jagdresidenz direkt am Drewitzer See, mitten in der Mecklenburgischen Seenplatte. Die hatte Staatssicherheitschef Erich Mielke 1982 für Staatschef Erich Honecker bauen lassen. Mitten in eine Einsamkeit, die man in Mitteleuropa nicht für möglich hält.

Stille – dein Name ist Drewitzer See, weder Autos noch Motorboote stören, weil sie im Naturschutzgebiet verboten sind. Foto: Hartmut Nieswandt

Und genau diese Einsamkeit störte gleich nach der Wende die rund 70 jungen Leute, die unter dem Dach des Christlichen Jugenddorfwerks (CJD) hier einen Beruf erlernen sollten.

Honecker-Palast am Drewitzer See

Denn die nunmehr ehemalige Jagdresidenz am Ostufer des Drewitzer Sees liegt so einsam, dass sich hier wahrscheinlich nicht einmal Fuchs und Hase Gute Nacht sagen. Folglich war über eine Distanz von mindestens 15 Kilometern absolut nichts los, was für die jungen Leute in deren Freizeit für Abwechslung gesorgt hätte.

Im Van der Falk-Ferienressort können Naturfreunde heute die Stille genießen. Urlaub am Drewitzer See ist ein Geheimtipp. Foto: Archiv Nordkurier

Lang lang ist es her: In der Wendezeit zogen aufgebrachte Bürger nach Drewitz, um sich den „Honecker-Palast“ anzusehen, der aber lediglich ein schönes, großes reedgedecktes Anwesen war. Am 13. Juni 1990 beschloss der Kreistag von Waren, das Objekt an das CJD zu vergeben, aber schon im August 1994 wurde die Einrichtung in der Drewitzer Einsamkeit wieder geschlossen.

Urlaub am Drewitzer See ist ein Geheimtipp

Heute befindet sich dort das „Van der Valk Naturresort Drewitz“, das auf einer Fläche von 14 Hektar Urlaub für Naturfreunde anbietet, die Einsamkeit und Stille lieben.

Aber nicht nur für sie ist das Naturschutzgebiet Drewitzer See ein interessanter Ausflugstipp. Wenn sie denn das Auto stehen lassen und Rad fahren oder wandern wollen. Denn Kraftfahrzeuge sind am See ebenso verboten wie Motorboote auf dem See. Das sorgt für wunderbare Ruhe am See, der fast vollständig von Wald umgeben ist.

Der Drewitzer See von oben. Er ist fast vollständig von Wald umgeben.

Darum gibt es hier Nährstoffeintrag von gedüngten Feldern ebenso wenig wie kommunale Abwässer. Der See ist 4,6 Kilometer lang und zwischen 200 und 2000 Meter breit. Er hat eine Fläche von 6,9 Quadratkilometern und ist damit so groß wie der Müggelsee, der größte Berliner See. Den Drewitzer See umgibt das „Naturschutzgebiet Drewitzer See“ mit Lübowsee und Dreiersee als Teil des Naturparks Nossentiner/Schwinzer Heide.

Drewitzer See stammt aus der Eiszeit

Er ist ein sehr kalkhaltiger Klarwassersee, der nicht direkt mit anderen Seen verbunden ist. Der Drewitzer See entstand aus einer eiszeitlichen Schmelzwasserrinne. Er wird von kalkreichem Grundwasser durchströmt, hat keinen natürlichen oberirdischen Zu- oder Abfluss und ist geradezu sensationell klar. Das Westufer wird von der Bundesautobahn 19 Berlin – Rostock tangiert.

Versteckte, einsame Badestelle am Ostufer des Drewitzer Sees. Foto: Hartmut Nieswandt

Mit dem Auto kommt man über die A 19, Abfahrt Malchow, bequem in die Nähe des Drewitzer Sees. Den Wagen kann man zum Beispiel in Nossentiner Hütte oder Sparow stehen lassen, von dort ist es nur ein paar Minuten zur Badestelle am Südufer des Sees. Ansonsten darf man nur noch an wenigen Badestellen am Ostufer des Sees baden, sie sind nur per Fahrrad oder zu Fuß erreichbar. Weitere Informationen: www.mecklenburgische-seenplatte.de, www.seen.de Hartmut Nieswandt

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