Natur- & Landschaftsführungen im Peenetal

Vorpommern - die Heimat neu entdecken

von Kati & Norbert Warmbier, 16.06.2016

Natur- und Landschaftsführer, so heißen die Frauen und Männer offiziell, die mit Zertifikat durch unsere Landschaften führen. Im Herbst letzten Jahres lud die Landeslehrstätte für Naturschutz und nachhaltige Entwicklung sie in den Naturpark „Flusslandschaft Peenetal“ mit seinen stattlichen 33.390 Hektar ein. Denn die Natur bleibt nie stehen, neue Arten wandern zu, Pflanzen breiten sich aus oder gehen zurück, Biotope wandeln sich.

 

Ein Höhepunkt für alle Naturführer war eine Wanderung durch das Peenetalmoor und die kulturhistorisch bedeutsamen Hänge bei Menzlin. Die Naturparkranger Kai Lindtner und Jürgen Barth führten die dreistündige Wanderung vom Biberhochstand rund um den Polder Menzlin.

 

Biberaussichtsturm am Polder Menzlin.

 

Der Polder Menzlin ist Bestandteil des Peene-Urstromtals, welches gegen Ende der letzten Eiszeit das Schmelzwasser der Gletscher Richtung Nordwesten ableitete. Heute entwässert die durch keinerlei Staue oder Wehre regulierte Peene immer noch ein Einzugsgebiet von über 5.500 Quadratkilometer in den Peenestrom (Greifswalder Bodden/Ostsee) und das Stettiner Haff. Nach der Wende wurden die versteppten Wiesen geflutet, denn die leistungsstarken Pumpstationen wurden entfernt und große Entwässerungsgräben geschlossen. Schnell bildeten sich Flachwasserseen mit wertvollen Renaturierungsflächen, in denen Hunderttausende Wasservögel rasten und sehr seltene Brutvogelarten nisten.

 

Silberreiher im Peenetal.

 

Der Anblick Hunderter Silberreiher, der sich dort im Herbst bietet, ist paradiesisch. Seeschwalben, See- und Fischadler, aber auch Tausende Kraniche sind hier typisch. Bei wundervollem Herbstwetter sangen immer noch der Weidenlaubsänger, Rotkehlchen und der Zaunkönig. Nach zwei Stunden übergaben die Naturparkwächter die Lehrexkursion der Naturführer im „Alten Lager“ an die Wikingerikone Rainer Vanauer. Keiner kennt die Geschichte der Menzliner Wikinger und der Slawen so gut wie Rauschebart Vanauer.

 

Rainer Vanauer klärt über die Menzliner Wikingerzeit auf.

 

In seiner Tracht und der Löwenmähne denkt man, da steht noch einer der wilden Wikingerlegenden wie der Nordmann Leif Eriksson, der um 1000 Nordamerika entdeckte. Spannend erzählt Vanauer die Alltagsgeschichten dieser Handelsleute. Da staunt heute so mancher Macho, denn die Schlüsselgewalt der Wikingerwohnung hatte die Frau, weiß Vanauer zu berichten.

Das Menzliner Wikinger-Gräberfeld von drei Hektar Fläche stammt aus dem 8. bis 10. Jahrhundert nach Christus und liegt auf einer natürlichen Anhöhe. 1965 wurden die schiffsförmigen Steinsetzungen untersucht, die bis dahin nur aus Skandinavien bekannt waren. Außerdem legte man hölzerne Schiffsteile mit Eisennieten in die Gräber, um die Seelen der Verstorbenen in die Heimat zu bringen.

Wer selbst an einer geführten Tour teilnehmen möchte kann sich unter den folgenden Telefonnummern nach Terminen erkundigen: 03971-833932 oder 0151-18993870.

 

Fotos: Kati & Norbert Warmbier

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