Denkmal des niederdeutschen Dichters Fritz Reuter

Stavenhagen ist Fritz Reuter

Die Stadt Stavenhagen am Rande der Mecklenburgischen Schweiz verdankt ihre Popularität ihrem berühmtesten Sohn Fritz Reuter, dem bedeutendsten niederdeutschen Dichter und Schriftsteller.

Stavenhagen ist Fritz Reuter, Fritz Reuter ist Stavenhagen. Ihre Popularität verdankt die Stadt Stavenhagen am Rande der Mecklenburgischen Schweiz zweifellos ihrem berühmten Sohn Fritz Reuter. Dieser bedeutendste niederdeutsche Dichter undSchriftsteller wurde hier im Jahr 1810 als Sohn des Bürgermeisters geboren. Also hat Stavenhagen hat eine Reuterstraße, einen Reuterplatz, eine Reuterschule und eine Reuter-Apotheke. Und natürlich gibt es in Stavenhagen auch das Fritz-Reuter-Literaturmuseum, das Haus Nummer 1 auf dem Marktplatz.

Reuters Vater war 40 Jahre Bürgermeister

Es war einmal Stavenhagens Rathaus, in dem Reuters Vater fast 40 Jahre lang als Bürgermeister arbeitete und lebte. Heute ist hier eine umfangreiche Sammlung von Reuters Handschriften, Dokumenten und Sachzeugen seiner Zeit und eine Fachbibliothek mit einem Bestand von etwa 15 000 Bänden aufgehoben. 2001 wurde das gesamte Haus saniert, die Räume wurden neu gestaltet, viele technische Details verändert.

Im ehemaligen Rathaus ist heute das Fritz-Reuter-Museum untergebracht.
Fotos: Archiv/Nordkurier

Die damals ebenfalls völlig erneuerte ständige Ausstellung zeigt anschaulich und kurzweilig eindringlich Höhen und Tiefen im Leben und im Schaffen des großen Mecklenburgers. Und: Fritz Reuter konnte nicht nur schreiben, sondern auch malen. Darum sind im Museum nicht nur Schriften seiner Hand zu sehen, sondern auch Gemälde .

Schloss auf den Mauern der Ritterburg

Die kleine Stadt ist schnell durchstreift. Stavenhagen wurde in der Mitte des 13. Jahrhunderts am Rande der Ritterburg Stove gegründet und heißt seit 1949 „Reuterstadt Stavenhagen“. Das Stavenhagener Schloss wurde um 1740 auf den Mauern der alten Burg errichtet. Heute dient es der Stadt als Bürger- und Verwaltungszentrum. Es ist von einem schönen Park umgeben. Die Stadtkirche von Stavenhagen stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Blick auf das schön wiederhergestellte Schloss in Stavenhagen auf dem Platz der ehemaligen Ritterburg.

Sehr erwähnenswert ist der Altaraufsatz mit einem Gemälde von Suhrlandt. Einmal im Jahr, jeweils am dritten Wochenende im Juni, lädt die Stadt gemeinsam mit dem Landesheimatverband zu den Reuterfestspielen ein. Dabei locken Bühnenprogramme, Spielszenen, niederdeutsche Autorenlesungen und die Verkündung des „Plattdeutschen Wortes“ nicht nur „platte“ Zuschauer an.

Ein Stück Stavenhagen aus der Zeit Reuters: der heutige Reuterplatz mit Post und Kriegerdenkmal.

Das „Stemhäger Schloss“ (niederdeutsch für Schloss Stavenhagen) ist ein um 1740 entstandener Putzbau, der um 1890 um einen runden Treppenturm ergänzt wurde. Die Anlage war bis in die 1970er-Jahre eine Schule und ist heute Verwaltungssitz und Standesamt von Stavenhagen.

Von Fallersleben ermutigte Reuter

Noch ein paar Worte zum bedeutendsten Sohn der Stadt. Zu seinen Stationen in Mecklenburg zählt neben Stavenhagen unter anderem Jabel (zwischen Malchow und Waren). Dort lebte er einige Zeit bei seinem Onkel. Im Gutshaus von Scharpzow (zwischen Stavenhagen und Malchin) traf er mit Hoffmann vom Fallersleben zusammen. Der ihn ermutigte, seine Geschichten aufzuschreiben.

In der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg schrieb Fritz Reuter seine berühmtesten Werke.
Foto: Jörg Franze

In Demzin (südwestlich von Stavenhagen) trat Reuter eine Stellung als landwirtschaftlicher Volontär an. Dort lernte er auch seine spätere Frau Luise kennen, die im Pfarrhaus im Nachbardorf Rittermannshagen als Kinderzieherin arbeitete. In Altentreptow ließ sich Reuter als Privatlehrer nieder. Hier schrieb er sein erstes Buch, die heiteren Gedichte „Läuschen un Rimels“. Einige Jahre lebte und arbeitete er auch in Neubrandenburg. In der Vier-Tore-Stadt schuf er seine bedeutendsten Werke.

Wegen Majestätsbeleidigung zum Tode verurteilt

Auf der Festung Dömitz im Westen Mecklenburgs verbüßte Reuter zwei Jahre seiner Festungshaft, nachdem er 1836 wegen „Teilnahme an hochverräterischen burschenschaftlichen Verbindungen in Jena und Majestätsbeleidigung“ zum Tode, später zu 30 Jahren Festungshaft verurteilt und dann auf acht Jahre begnadigt wurde. Über diese Zeit schrieb er später seinen Roman „Ut mine Festungstied“. Hartmut Nieswandt

Stavenhagen ist gut über die A 19, Abfahrt Güstrow, zu erreichen. In der Nähe der Stadt liegen für weitere Ausflüge die Mecklenburgische Schweiz, Waren (Müritz) und Neubrandenburg. Weitere Informationen: www.stavenhagen.de, www.stavenhagen.m-vp.de, www.mecklenburgische-seenplatte.de, www.mecklenburgische-schweiz.com.