Wanderung durch die Mecklenburgische Schweiz

Traumhafter Wanderweg um den Flachen See

von Silke Voß, 07.02.2014

Eine Wanderung durch die zauberhafte Natur der Mecklenburgischen Schweiz steht an. Die weiten Tore öffnen sich zur Gutsanlage Blücherhof mit ihren gigantischen Ställen. Unübersehbarer Treffpunkt für eine Ganztags-Wanderung über rund zehn erholsame Kilometer.

 

Blücherhof und die technischen Wunder einer der besterhaltendsten Gutsanlagen Mecklenburgs, das surrealistisch anmutende Schloss mit Zwiebelturmkuppel als Kulisse und die Torten des kleinen Cafés sollen aber erst am Ende der Wanderung interessieren.

 

Karte: Grafik Nordkurier.

 

Sechs glasklare Seen aus der Eiszeit

Jetzt geht es erst mal munter los Richtung Klocksin, optisch begleitet von der stark hügeligen Endmoränen-„Gebirgskette“ zur Rechten. Diese umarmt den langgestreckten Flachsee – den ersten der eiszeitlich entstandenen sechs glasklaren Seen, die von Klocksin südwestlich fließen. Um diesen Flachsee, der eigentlich tief ist, führt der Weg, der aber sehr gut auch per Fahrrad erkundbar ist.
Erste Rast am Seeufer bietet eine mächtige Ulme, wie sie nur noch sehr selten zu finden sind. Ihr mächtiger hohler Stamm beherbergt einen ganzen Mann.

 

Die Ulme am Flachen See zwischen Klocksin und Blücherhof.

 

Dann Klocksin. Der schattige Park hinter dem gemeindeeigenen Gutshaus mit seinen riesigen Buchen, Eichen und Linden weist direkt zu einer gepflegten Badestelle. Hier kann man erstmals das weiche, reinigende Eiszeitseewasser den Körper umschmeicheln lassen.

 

Ein traumhaft schöner Badeplatz: Wandern hinunter zum Steg.

 

Derart erfrischt, führt eine kaum befahrene Straße leicht weiter nach Sapshagen, das im Prinzip nur noch aus einem Gutshaus mit Landwirtschaftsbetrieb besteht. Hier trifft man den Milchbauern Friedrich Rüße, der zu Recht behauptet, seine Kühe hätten denschönsten Weideplatz Deutschlands– mit Blick hoch vom Hügel auf den glitzernden See.

 

Von mystischen Unken und einem Riesen

Nun öffnet sich endlich ein unberührter Feldwanderweg vorbei an Teichen, an denen die etwas mystischen Unken ihr magisches Flaschenhals-Konzert ertönen lassen. An einer Kreuzung gehe man Richtung Sophienhof. Schon bald weitet sich der Blick bis fast nach Vollratsruhe. Links breitet sich eine saftige Wiese aus, inmitten eine Solitär-Eiche wie ein rustikaler Sonnenschutzschirm. Ein ideales Picknickplätzchen, und man bleibt garantiert ungestört. Danach läuft es sich wieder viel leichter, zumal es bergab geht.

 

Glasklar sind die Seen aus der Eiszeit.

 

Bis Sophienhof. Kurz vor dem ursprünglich gebliebenen Ort mit seinem Hoppelpflaster führt eine hohe Walnussallee wieder gen See. Vom Weinberg aus genießt man die Übersicht über das fast drei Kilometer lange Wasser – samt Schloßberg mit slawischen Burgresten und Insel, die hunderte Kormorane gern besetzen. Zum Glück ist das Vorhaben des Riesen, den Flachsee zuzuschütten, mit dem Sack Sand, den er dafür parat hatte, geplatzt, und so entstand der imposante Weinberg-Hügel.

Von dort kann man wie ein Kind direkt heruntertrudeln zur nächsten Badestelle. Dunkler führt dann die Nussallee am Ufer entlang, bis zu einer kleinen Strasse am Bahndamm. Drunter führt ein geheimer Tunnel zum nächsten See, dem Tiefen, der eigentlich flach ist, aber das führt jetzt zu weit. Nun sieht man schon das Feldsteinkirchlein Lütgendorf. Drinnen „fliegt“ ein großer Taufengel.

 

Zurück auf am Blücherhof

Rechts ab findet man wieder zurück zum Blücherhof. Die geschichtenreiche Story um die Gutsanlage erzählt dann Norbert Schipke vom Verein „Blücherhofer Truhe“, und durch das Schloss mit seinem märchenhaften Stilmix sowie den europaweit einzigartigen Dendrologischen Park begleitet gern die Besitzerin, die spanische Künstlerin Rothraud de Meindorfer.

 

Fotos: Silke Voß / NK

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