Ranger-Tour auf dem Luzinsee

Seeadler Aalfred

von Caroline Liebow, 19.06.2014

„Na los, komm“, ruft Fred Bollmann lauthals über den spiegelglatten Luzinsee. Mit seinem Ruf will er nicht irgendwen anlocken – nein. Gemeint ist niemand Geringeres als Aalfred. Und Aalfred ist der wohl berühmteste Seeadler der Feldberger Seenlandschaft.

 

Während diese Vögel zwischenzeitlich fast ausgerottet waren, nimmt der Bestand in den letzten Jahren wieder stark zu. Doch aus nächster Nähe diese eleganten Tiere beobachten zu können – in diesen Genuss kommen Urlauber wie Einheimische nicht jeden Tag. Ein ganz besonderes Erlebnis ist es daher, mit Fred Bollmann ins Boot zu steigen.

 

Am malerischen Luzinsee in Feldberg startet die Ranger-Tour.
Foto: Caroline Liebow / NK.

 

Aalfred macht seinem Namen alle Ehre

Der ehemalige Parkranger hat eineinhalb Jahre mit Aalfred „gearbeitet“ – damit sich der Seeadler an das Elektroboot und Menschen gewöhnt. Und schnell hatte Aalfred dabei seinen Namen weg. Denn der stolze Vogel verschmäht die meisten Fische, hat es eher auf Aale abgesehen. Und seit nun mehr zehn Jahren kann sich auch der Laie von der Schönheit dieser Vögel überzeugen. Auch spezielle Fototouren sind möglich.

 

Ganz seinem Namen getreu, zieht der Seeadler Aalfred Aale den Fischen vor.
Foto: Caroline Liebow / NK.

 

Und das Schauspiel, das sich Besuchern eröffnet, wenn Fred Bollmann den Fischeimer öffnet, ist einmalig. Sobald der 50-Jährige den Aal in der Hand hält und den Arm in die Luft streckt, nimmt der Seeadler Kurs auf ihn. „Na komm“, schreit Fred Bollmann noch einmal über den See und winkt mit dem toten Fisch, bevor er ihn vom Boot schmeißt.

Nur einen Augenblick später macht Aalfred sich auf den Weg. Das Tier schwebt über die Wasseroberfläche, ganz dicht an das Boot heran. Und in nur wenigen Sekunden hat er den Aal mit seinen Krallen gepackt und fliegt lautlos wieder davon.

 

Rekord-Adler mit viel Nachwuchs

„Jetzt bringt er die Beute zum Nest, um die Jungen zu versorgen“, erklärt Bollmann. Drei Junge sind in diesem Jahr im Nest. Damit bricht Aalfred alle Rekorde. „Durchschnittlich hat ein Seeadler 0,7 Junge pro Jahr“, sagt Bollmann und ergänzt mit einem Lächeln: „Einige glauben, der Ranger Tours-Cateringservice hat seinen Anteil daran.“

 

Fred Bollmann führt die Ranger-Tour auf dem Luzinsee.
Foto: Caroline Liebow / NK.

 

Nach rund eineinhalb Stunden und mehreren kurzen Stippvisiten vom hungrigen Aalfred ist die Tour an diesem Tag vorbei, doch die Eindrücke wirken wohl bei den meisten Gästen noch lange nach. „Ich fand es wirklich super interessant. Die Tour hat solchen Spaß gemacht und es war ein Naturerlebnis der besonderen Art“, schwärmt Annette Fiedler, die bei der Seeadler-Tour dabei ist.

Übrigens, wer Lust auf dieses Naturspektakel in der Feldberger Seenlandschaft hat, muss früh aufstehen. Denn Aalfred wartet nicht ewig auf den „Cateringservice“ von Fred Bollmann. „Umso später es wird, umso eher hat er sich selbst Beute gesucht“, sagt Fred Bollmann. Doch für den Anblick des eleganten Seeadlers über dem Luzinsee lohnt sich das frühe Aufstehen allemal.

Mehr Informationen finden Sie unter www.ranger-tours.de.

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