Ivenacker Eichen

Erstes „Nationales Naturmonument“ Deutschlands

von Ralph Sommer, 08.02.2017

Sie bilden das Epizentrum der ältesten Eichen Europas – die fünf Uralt-Bäume locken seit Jahrzehnten Besucher an. Sie sind Zeugen von gut 1000 Jahren Geschichte – und ein Nationalpark auf engstem Raum.

 

Als die Ivenacker Eichen noch Keimlinge waren, trieben die Slawen ihr Vieh zur Mast in die Wälder. Die 1000-jährigen Methusalems unter Deutschlands Eichen haben jene Zeiten erlebt, als der Dom zu Speyer gebaut wurde und sich in Europa die ersten Wasserräder zu drehen begannen. Als Gutenberg den Buchdruck erfand, Kolumbus Amerika entdeckte und Luther seine Thesen an die Wittenberger Schlosskirche anschlug, waren sie schon Hunderte Jahre alt.

 

Die Ivenacker Eichen. Foto: Eckhard Kruse / NK.

 

Die mächtigen Eichen

Die fünf mächtigen Alteichen haben den Dreißigjährigen Krieg und zwei Weltkriege überstanden. Ihr Alter wird heute auf 800 bis 1200 Jahre geschätzt. Die stärkste von ihnen, die Ringeiche, ist 35 Meter hoch und hat in Brusthöhe einen Stammumfang von über elf Metern erreicht. „Die Menschen hier müssen begreifen, was für eine absolut seltene Kostbarkeit vor ihnen steht“, schwärmt der holländische Forstwirt Jereon Pater, der vor einigen Jahren die 29 stärksten Eichen in Europa vermessen hatte. „Die Eiche in der Mitte des Ivenacker Parks ist mit 180 Festmetern die massereichste Eiche des Kontinents.“

 

Erstes „Nationales Naturmonument“ Deutschlands

Jetzt werden die Baum-Veteranen ganz offiziell in den Rang eines deutschen „Nationalen Naturmonuments“ erhoben. Diese Einstufung mache das Uralt-Ensemble zu einem Nationalpark auf kleinstem Raum, sagt Umweltminister Till Backhaus (SPD), der mit Jost Reinhold, dem Gründer der gleichnamigen Stiftung, zum Festakt in den Tiergarten geladen hat. Hier zähle nicht nur die ökologische Bedeutung, sondern auch der Erlebniswert für den Menschen. Es sei das erste Mal überhaupt, dass die Kategorie „Naturmonument“ in Deutschland an ein herausragendes Naturdenkmal vergeben werde.

 

Till Backhaus (r.) musste gleich zwei Mal auf den neuen Titel anstoßen.
Foto: Eckhard Kruse / NK.

 

„Die Verleihung erfüllt uns mit Stolz und wird unsere Eichen sicherlich auch im Ausland noch bekannter machen“, sagt Forstamtsleiter Ralf Hecker, der sich seit 13 Jahren dem Erhalt der Ivenacker Eichen widmet. Jahr für Jahr bestaunten mehr als 50  000 Besucher die greisen Baumriesen, von denen es vor 100 Jahren hier übrigens noch elf gegeben hatte.

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