Naturpark Mecklenburgische Schweiz

Eine Landschaft voller Schätze

von Simone Pagenkopf, 26.06.2017

Der weitläufige Naturpark, der sich bis in die Müritz-Region erstreckt, feiert Jubiläum – seinen 20. Geburtstag. Doch er kommt dabei nicht etwa in die Jahre, sondern lockt mit immer mehr Reizen. Dafür wird aber auch so Einiges getan.

 

Am 12. Mai 1997 wurde der Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See gegründet. Er umfasst 61.600 Hektar, die verteilen sich unter anderem auf 20 Prozent Wald, 25 Prozent Grünland, 40 Prozent Acker, neun Prozent Binnenwasser und zwei Prozent Moor/Heide. Die Naturparkverwaltung hat ihren Sitz in Basedow.

 

Foto: Georg Wagner / NK.

 

Führungen durch den Naturpark

Die Tier- und Pflanzenwelt in der Mecklenburgische Schweiz ist vielfältig und lockt Urlaubern reihenweise in die Region. Saisonverlängerung – darüber diskutieren Touristiker seit Jahren. Dabei kann es so einfach sein. „Allein die Tatsache, dass es so schön bei uns ist, treibt die Leute her“, sagt der Leiter des Naturparks Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See, Wolfgang Wiehle. „Wir sollten uns mehr auf das Frühjahr fokussieren.“

 

Naturparkleiter Wolfgang Wiehle in Basedow.
Foto: Simone Pagenkopf / NK.

 

Schon bei den ersten drei Führungen in diesem Jahr zählte er knapp 100 Teilnehmer. Wahre Teppiche von Buschwindröschen und Goldstern am Waldrand, „das ist wirklich ein Erlebnis“, schwärmt Wiehle. Und wenn dann in den ersten warmen und sonnigen Tagen Ende März/Anfang April auch die Moorfrösche balzen und die Männchen sich dabei himmelblau färben, geizt der Naturpark längst nicht mehr mit seinen Reizen.

 

Die Pflanzenwelt im Naturpark

Die Mitarbeiter im Naturpark sind kaum zu bremsen, wenn sie nach den Besonderheiten der Pflanzen- und Tierwelt gefragt werden. Den Hohlen Lerchensporn, der weiß, rot, rosa oder purpur blüht, herrlich duftet und zum Beispiel in feuchten Talgründen zwischen Klocksin und Dahmen oder Kützerhof und Neukalen zu finden ist, die Trockenrasengebiete mit Grasnelken, Wildem Dost, Bärenschote oder Sand-Thymian zählen sie genauso auf wie die Vielzahl an Orchideen in Feuchtgebieten oder Klatschmohn – die wahrscheinlich meist fotografierte Pflanze im Naturpark und aktuell Blume des Jahres.

 

Ein Teppich aus Buschwindröschen. Foto: Naturpark.

 

Mit dem Weißen Waldvöglein ist auch die Orchidee des Jahres 2017 im Naturpark zu finden. Und gleich noch eine sehr seltene Orchideenart gibt es hier: das Langblättrige Waldvöglein.

 

Von Adlern und Rohrdommeln

Nicht minder aufregend ist die Tierwelt. Gleich drei Adlerarten sind im Naturpark zu Hause. Fischadler und Seeadler mit steigender Tendenz, die Zahl der Schreiadler nehme leider ab. Wolfgang Wiehle führt dafür mehrere Gründe an. Die schwierige Nahrungssuche, weil sich zum Beispiel die Grünlandnutzung geändert hat, möglicherweise auch die Waldbewirtschaftung, durch die es um die Horste zu unruhig wird, aber auch die Ausbreitung des Seeadlers. Beide Arten vertragen sich nicht wirklich und es sei oft so, dass sich die Schreiadler dann zurückziehen.

 

Ein paar Silberreiher. Foto: Georg Wagner / NK.

 

Um bei den Vögeln zu bleiben: In der Großen Rosin findet sich inzwischen nicht nur eine Heerschar an Silberreihern, auch seltene Arten sind hier zu entdecken, wie das Tüpfelsumpfhuhn oder die Große Rohrdommel. Und der Uhu wurde ausgemacht. Durch ein akustisches Vogelmonitoring vor allem in den Nachtstunden. „Wir wussten bis dahin gar nicht, dass es dort einen Uhu gibt“, gesteht Wiehle. Schmunzelnd fügt er hinzu: „Das Interessante an diesem Naturpark ist, dass es immer noch etwas zu entdecken gibt.“

 

Beobachtungspunkte für Urlauber

Entdeckungen machen kann jeder auch von den Beobachtungstürmen im Naturpark. Sieben an der Zahl gibt es: in Verchen, auf dem Burgwall in Teterow, bei Wendischhagen, Neukalen und Dahmen – die wurden in Eigenregie des Naturparks gebaut – sowie in Aalbude und bei Jettchenshof. Und es sollen mehr werden.

„Die Große Rosin ist sehr attraktiv geworden“, sagt Wolfgang Wiehle. 2005 begann die Vernässung, seither habe sich die Vogelwelt bestens entwickelt. So sollen am Weg von Kützerhof nach Aalbude zwei etwa 1,50 Meter hohe Beobachtungsplattformen errichtet werden. Zwischen Warsow und Kützerhof soll noch ein weiterer Turm dazu kommen, zu dem dann ein Moorsteg führt. Bis 2020/21 soll alles stehen.


Sommerangebote für große und kleine Entdecker

Die Naturparkverwaltung in Basedow hat auch für dieses Jahr wieder einige Veranstaltungen aufgelegt, bei denen man mit fachkundiger Begleitung die Schönheiten der Region entdecken kann.

 

08. Juli | Tiere der Nacht
Von 21 bis 23 Uhr führt ab dem KLAX-Indianerdorf in Moltzow eine etwa drei Kilometer lange Wanderung mit einem Ranger durch den nächtlichen Wald.

13. Juli | Paddeln auf der Peene
Hier findet von 17 bis 21 Uhr vom Malchiner Kanu-Club „Kösters Eck“ aus eine etwa zehn Kilometer lange Paddeltour statt, bei der mit etwas Glück auch Biber zu sehen sind. Dafür ist dann aber eine Anmeldung nötig.

19. August | Riesen im Naturpark
Von 14 bis 17  Uhr rücken Baumriesen als Zeugnis der Hudewaldwirtschaft zwischen Teschow und Lelkendorf in den Mittelpunkt. An der Tour müssen Interessierte mit dem eigenen Pkw teilnehmen.

Mehr Tipps und Veranstaltungen gibt es in der Broschüre „Unterwegs 2017 – Mecklenburgische Seenplatte“ vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie M-V auf S. 26-31. Der Veranstaltungskalender des Naturparks Mecklenburgische-Schweiz und Kummerower See findet sich auch im Internet unter www.naturpark-mecklenburgische-schweiz.de.

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