Orchester Neue Philharmonie MV

Klassik in Meckpomm: Orchester zieht in Zeiten von Corona übers Land

Was Warten auf Klassik in Meckpomm hat ein Ende: Die beliebte Konzert-Reihe „Stadt. Land. Klassik!“ startet wieder durch. Im Oktober zieht ein Orchester in Zeiten von Corona übers Land. Die Neue Philharmonie gastiert in mehreren Spielorten in Mecklenburg-Vorpommern. Diesmal alles eine Nummer kleiner, dafür mit Perlen der Klassik – und Corona-konform.

Wann waren Sie das letzte Mal auf einem Konzert? Diese früher völlig banale Frage bringt das kulturelle Dilemma in Corona-Zeiten vortrefflich auf den Punkt. Auftritte von Musikern, Bands oder gar ganzen Orchestern sind ein verdammt rares Gut geworden.

Der für Künstler wie Publikum gleichermaßen beglückende und einzigartige Austausch bei einem Live-Event findet heutzutage nur selten statt. Auch fünf Monate nach dem Ende des Lockdowns kann von Normalität keine Rede sein. Die Rückkehr von „Stadt. Land. Klassik!“ in diesem Herbst ist daher nicht weniger als eine kleine Sensation. Das Orchester Neue Philharmonie MV zieht im Oktober wieder übers Land.

Nach zwei ausgefallenen Tourneen im ersten Halbjahr startet die Neue Philharmonie MV am 11. Oktober in Torgelow – allen Schwierigkeiten zum Trotz – in eine turbulente Klassik-Woche. „In einer Zeit, wo Berührungen und Nähe nicht mehr selbstverständlich sind, hat die Musik noch mehr als sonst die Aufgabe, Nähe zu schaffen und die Menschen zu rühren“, sagt Claudia Schneider von der Nordkurier Mediengruppe, die gemeinsam mit Orchesterleiter Andreas Schulz die beliebte Veranstaltungsreihe organisiert.

Nach der Pause haben die Bläser der Neuen Philharmonie ihren großen Auftritt.

„Meine Musikerinnen und Musiker brennen darauf, endlich wieder in Mecklenburg-Vorpommern spielen zu können“, pflichtet ihr der Chefdirigent bei. „Wir freuen uns alle schon sehr auf die Tour“, sagt Schulz, der sowohl die Orchestergröße als auch das Programm mit den aktuellen Corona-Auflagen abstimmen musste. Aufgrund des Sicherheitsabstandes von 1,50 Metern dürfen diesmal nur circa 15 Musikerinnen und Musiker gleichzeitig auf der Bühne sein. „Meine Herausforderung war es deshalb, für eine kleinere Besetzung passende und qualitativ hochwertige Musikstücke herauszusuchen.“

Johann Sebastian Bach und Edvard Grieg

Claudia Schneider vom Nordkurier und Orchesterleiter Andreas Schulz von der Neuen Philharmonie organisieren „Stadt. Land. Klassik!“ Foto: Nehls

Diese Aufgabe hat der Orchesterleiter mit Bravour gemeistert. Die Streicher der Neue Philharmonie MV interpretieren zunächst die 2. Orchestersuite von Johann Sebastian Bach und die bekannte Holbergsuite des norwegischen Komponisten und Pianisten Edvard Grieg. „Diesmal lernt man andere Schwerpunkte von der Neuen Philharmonie kennen“, erklärt Schulz seine Auswahl.

Nach der Pause kommen die Bläser zum Einsatz bei der Serenade d-Moll von Antonin Dvorák. Dvoráks Serenade atmet in jedem Takt ein bisschen Wiener-Klassik-Luft, auch sind Referenzen an den österreichischen Meister Wolfgang Amadeus Mozart zu hören sowie böhmische Folklore-Einflüsse zu erkennen. Die Mischung verspricht also besten Hörgenuss. Und so ist auch dieses Programm wieder anspruchsvoll und unterhaltsam zugleich – wie man es von „Stadt. Land. Klassik!“ mittlerweile gewohnt ist.

Zeit für Neustart der Konzertreihe

„Jetzt wird es Zeit, Musik wieder im Saal gemeinsam zu erleben“, meint Claudia Schneider. Beim Neustart der Konzertreihe freut sich die Organisatorin am meisten „auf die strahlenden Gesichter der Musiker beim Einzug, wenn sie endlich wieder einen Konzertsaal mit Zuschauern betreten dürfen“. Wie schwer die Pandemie-Zeit für sein Orchester war, darüber weiß Andreas Schulz zu berichten.

„Einige der noch jungen Musiker hat Corona schwer getroffen, sie mussten sich durchkämpfen. „Viele haben die Zeit mit Üben verbracht“, so der Orchesterleiter weiter. „Ich selbst habe sehr viel am Klavier geübt, für mich war das tatsächlich eine schöne Zeit mit großen Glücksgefühlen.“

Für die Freunde von „Stadt. Land. Klassik!“ sind Glücksgefühle im Oktober garantiert. Nach dem Tourstart am 11. Oktober im Torgelower Ueckersaal gastiert die Neue Philharmonie MV in Teterow, Anklam und in Röbel (Müritz).

Konzerte sind alle corona-konform

Die geltenden Abstandsregelungen und Hygienemaßnahmen für Veranstaltungen werden laut Claudia Schneider gewissenhaft umgesetzt. Während des Konzertes muss keine Atemschutz-Maske getragen werden, „da die Stühle in 1,5 Metern Abstand aufgestellt werden“, erläutert Schneider. „Sobald der Stuhl aber verlassen wird, muss die Maske wieder aufgesetzt und im gesamten Gebäude getragen werden.“

Karten für die „Stadt.Land.Klassik!“-Konzerte sind online, telefonisch unter der kostenfreien 0800 4575-033 und in den jeweiligen Stadt- bzw. Tourist-Informationen der Spielorte erhältlich.

www.stadt-land-klassik.de  

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