Sie sind die Königinnen von Usedom. Und für Gäste der Insel steht eine Audienz bei den Hunderte Meter langen Sehenswürdigkeiten an der Ostseeküste auf dem Pflichtprogramm. Wir haben die fünf Usedomer Seebrücken von A wie Ahlbeck bis Z wie Zinnowitz für Sie besucht.

Loriot adelte die Seebrücke Ahlbeck im Kino

In Ahlbeck steht die wohl berühmteste der Usedomer Seebrücken. Hier drehte Loriot Anfang der 1990er-Jahre einen Kinofilm. Foto: © Marco2811 - stock.adobe.comn
In Ahlbeck steht die wohl berühmteste der Usedomer Seebrücken. Hier drehte Loriot Anfang der 1990er-Jahre einen Kinofilm. Foto: © Marco2811 – stock.adobe.comn

Im Kaiserbad Ahlbeck ist die älteste und wohl bekannteste Flaniermeile unter den Usedomer Seenbrücken zu finden. Das markante Restaurant mit den vier Türmchen, auf einer Plattform über dem Strand gelegen, gehört zu den meistfotografierten Inselmotiven. Für dessen bundesweite Bekanntheit sorgte die 1990/91 am Ahlbecker Strand gedrehte Kinokomödie „Pappa ante Portas“, für dessen Schlussszenen Komiker Loriot die Brücke meisterhaft adelte. Seither zählt die 1898 errichtete Ahlbecker Seebrücke, die immerhin 280 Meter in die Ostsee hineinragt zu den bedeutenden Wahrzeichen des Landes Mecklenburg-Vorpommerns.

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Kaiser hatte in Heringsdorf seine Landungsbrücke

Einen halben Kilometer lang führt die Heringsdorfer Seebrücke ins offene Meer. Damit ist sie momentan die längste ihrer Art in Kontinentaleuropa. Neu erbaut in den 1990er-Jahren findet sich am Ende dieser größtenteils überdachten Flaniermeile ein Restaurant, während am Fuße des Bauwerks eine bunte Ladenpassage auf Kundschaft wartet. Bereits ihre Vorgängerin, die berühmte Kaiser-Wilhelm-Brücke, deren Bauzeit ins letzte Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts fällt, beherbergte Restaurants und Geschäfte. In den 1950er-Jahren brannte das einst als Landungsbrücke für Touristen genutzte Bauwerk ab.

Bansin besticht mit schlichter Schönheit

Die Usedomer Seebrücken könnten unterschiedlicher nicht sein. Während ihre Schwestern in den Kaiserbädern zu den stolzen Sehenswürdigkeiten Usedoms gehören, kommt die Flaniermeile im Seebad Bansin ohne Schnickschnack aus. Doch gerade ihre puristische Erscheinung macht diese Seebrücke für viele Usedom-Touristen besonders reizvoll.

Beim Betreten der schmalen, schlichten Brücke kommt man der Illusion nahe, geradewegs ins offene Meer zu spazieren. Später als in Ahlbeck und Heringsdorf, doch immer noch zu Kaisers Zeiten, wurde ein erster Ostsee-Steg errichtet, der allerdings nach einigen Jahrzehnten Wind und Witterung zum Opfer gefallen war. Erst nach der Wende wurde die Seebrücke 1990 in einer Länge von knapp 300 Metern neu gebaut.

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Koserow hat die coolste der Usedomer Seebrücken

Die neue Koserower Seebrücke schlängelt sich wie eine Welle ins Meer. Foto: UTG
Die neue Koserower Seebrücke schlängelt sich wie eine Welle ins Meer. Foto: UTG

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Erst im Sommer 2021 wurde die neue Seebrücke von Koserow eingeweiht. Dem beliebten Bernsteinbad ist mit diesem wellenartigen Bauwerk ein wahrer Clou gelungen. Koserow ist anders als ihre vier Schwestern: Frischer, frecher, freizügiger. Verspielt und mit mehreren Ebenen ausgestattet, regt diese Flaniermeile ins Meer die Fantasie der Menschen an. Sieht aus wie ein Meeresungeheuer, meinen die einen. Andere erkennen in der einzigartigen Form eine Schlange.

Besonders hervorzuheben ist ihre Funktionalität. So gibt es auf den Plattformen immer eine Ecke mit Windschutz. Bautechnisch ist diese Brücke besser als alle ihre vier Vorgänger, da sie deutlich höher und stabiler über den Meereswellen thront. Das i-Tüpfelchen ist ihr acht Meter hoher Glockenturm, dessen Vinetaglocken regelmäßig geschlagen werden und deren Klang weit über die Ostsee getragen wird.

Trockene Füße auf dem Meeresgrund bei Zinnowitz

Wer die stolze Seebrücke vom Ostseebad Zinnowitz in ihrer heutigen Form noch erleben und betreten will, der sollte sich sputen. Denn die Gemeinde will ihre aus dem Jahr 1993 stammende Vinetabrücke bald durch ein neues Ostseebauwerk ersetzen. Aus diesem Grund befasst sich seit geraumer Zeit eine Arbeitsgruppe bestehend aus Fachleuten, Gemeindevertretern und ehrenamtlich engagierten Bürgern mit den Planungen. 

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Die Vinetabrücke in Zinnowitz samt ihrer Tauchgondel Foto: © Stefan-Kretzschmar - stock.adobe.vom
Die Vinetabrücke in Zinnowitz samt ihrer Tauchgondel Foto: © Stefan-Kretzschmar – stock.adobe.vom

Die derzeitige Vinetabrücke, benannt nach der sagenumwobenen, an der Ostsee versunkenen Stadt, lädt mit einer Länge von 315 Metern seit 1993 alle Flanierlustigen zum Spaziergang über die Ostsee ein. Wie bei den anderen Usedomer Seebrücken auch, legen am Brückenkopf in der Saison viele Fahrgastschiffe an und stechen zur lustigen Bootstour in die Ostsee.

Ein Highlight am Ende der Flaniermeile ist der Fahrstuhl auf den Meeresgrund. Dahinter verbirgt sich eine Tauchgondel, in der bis zu 24 Personen gleichzeitig Platz finden. Seit 2006 hat sie Hunderte von Abenteuerlustigen zu unvergesslichen Reisen auf den Ostseeboden geführt. Und bis heute hat sich kein einziger Fahrgast dabei nasse Füße geholt! Was die Zukunft bringen wird, wird derzeit im Ostseebad Zinnowitz verhandelt. Aber wir können getrost davon ausgehen, dass auch das nächste Kapitel der Seebrücken auf der Insel Usedom einfach faszinierend und phänomenal werden wird.

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