Naturpark Am Stettiner Haff

Kleine Wüsten am Haff

von Susann Moll, 09.05.2017

Mit welchen Techniken passen sich Tiere und Pflanzen an extrem trockene Standorte an? Auf einer Wanderung durch die Binnendünen am Stettiner Haff ist das in natura zu erleben.

 

Am südlichen Ortsrand des Fischerdorfes Altwarp beginnt eine eindrucksvolle Landschaft. Unmittelbar am Stettiner Haff herrschen Verhältnisse, die einer Wüste gleichen. Scheint die Sonne wird es auf den Binnendünen sehr heiß, kühlt sich dann aber auch schnell ab. Wie die Natur sich an diesen extremen Standort anpasst, sei beeindruckend, sagt Heike von Schilling, stellvertretende Leiterin des Naturparks Am Stettiner Haff.

 

Zeugen der letzten Eiszeit: Binnendünen. Foto: Naturpark Am Stettiner Haff.

 

Silbergras & Kartäusernelke

Die Dünen werden von wärmeliebenden und trockenheitsresistenten Pflanzen besiedelt, wie Silbergras und Kartäusernelke. Imposant ist auch die Vielfalt an Schmetterlingen, die hier lebt. So zum Beispiel der gestreifte Grasbär. Ein eher unscheinbarer Falter, der seine gelb-braun gestreiften Flügel um seinen Körper rollt, wenn er auf einem Grashalm sitzt. Von den Binnendünen aus bietet sich zudem ein toller Blick auf den Neuwarper See bis auf die polnische Seite mit der Stadt Nowe Warpno.

 

Silbergras im Naturpark Am Stettiner Haff

Silbergras auf den Binnendünen. Foto: Naturpark Am Stettiner Haff.

 

Wanderungen durch die Altwarper Wüste

Am Hafen in Altwarp beginnt ein ausgeschilderter Wanderweg durch die Binnendünen. Um die zwei Stunden führt er durch die ungewöhnliche Landschaft, berichtet Heike von Schilling. Ab Mitte Mai bietet der Naturpark geführte Wanderungen „Über und durch die Altwarper Wüste“.

Wer sich alleine auf den Weg macht, dem legt Heike von Schilling auch einen Abstecher ins nahegelegene Wacholdertal ans Herz. Zahlreiche Wacholderbüsche und -bäume stehen hier unter einem lichten Kieferndach.

 

Kartäusernelken am Stettiner Haff

Die Altwarper Binnendünen tragen viele Kartäusernelken.
Foto: Naturpark Am Stettiner Haff.

 

Beide Areale gehören zum Naturschutzgebiet „Altwarper Binnendünen, Neuwarper See, Riether Werder“. Das Gebiet wurde entscheidend durch die letzte Vereisung vor über 10.000 Jahren und dem anschließenden Abschmelzen geprägt. Feinkörniger Sand setzte sich ab und wurde dann vom Wind zu den bis zu 15 Meter hohen Dünen aufgeschichtet. In Richtung Neuwarper See schließt sich ein dichter Röhrichtbewuchs an.

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