Störtebeker Festspiele 2017

Seeräuber feiert 25. Jubiläum

von Gerlinde Bauszus, 22.06.2017

Tollkühne Piraten, überwältigende Gefühle und ein dramatisches Finale warten im Jubiläumsjahr auf die getreue Gefolgschaft des legendären Seeräubers Klaus Störtebeker.

 

Man schrieb das Jahr 1993, als Peter Hick, „III. Piratenhauptmann“ der Störtebeker-Festspiele, ein neues Kapitel um Gold, Macht und Liebe aufschlug. Ursprünglich begonnen jedoch hatte alles schon viel früher, mit den ersten Aufführungen im Jahr 1959. Drei Sommer lang stand halb Ralswiek auf der Bühne am Großen Jasmunder Bodden – über 2000 Schauspieler, Sänger, Tänzer, Musiker. „Damals wurde ein extra Bahnhof gebaut, Betriebskollektive mit Sonderzügen zur Insel Rügen gefahren“, erinnert sich Bürgermeister Herbert Knüppel.

 

Seit 25 Jahren begeistern die Störtebeker Festspiele in Ralswiek das Publikum.

 

„Vor der Bühne gab es nur wenige Bänke für die Prominenz. Der Rest nahm auf dem Rasen Platz.“ Knapp 20 Jahre später dann das erste Wiedererwachen. Doch schon im Jahr darauf fiel der Vorhang und die wild-romantische Naturbühne erneut in einen tiefen Dornröschenschlaf.

 

Erfolgsgeschichte beginnt vor 25 Jahren

Bis er die Bühne betrat: Peter Hick. Der Intendant der Karl-May-Festspiele und Stunt-Weltmeister kam, sah und legte los – mit einer Schuldenlast von acht Millionen Mark. Ohne jegliche staatliche Förderung. Keinesfalls sei vor 25 Jahren eine Erfolgsgeschichte vom heutigen Ausmaß absehbar gewesen, betont Herbert Knüppel sehr bestimmt. Daran habe keiner mehr so recht glauben können. Hick schon. Denn was die Insulaner nicht zu hoffen wagten, ist heute Realität.

 

Familie Hick verhalf den Festspielen zum Erfolg.

 

Der damals 45-Jährige machte die Störtebeker-Festspiele zum erfolgreichsten Freilicht-Theater Deutschlands. 7,3 Millionen Zuschauer strömten seit 1993 nach Ralswiek, um den König der Meere unter freiem Himmel kämpfen, reiten, lieben zu sehen.

 

„Ich wollte eine starke Geschichte erzählen“

Was Hick antrieb? „Es war das unendliche Privileg, eine Bühne nach eigenem Gusto zu bauen. In Dimensionen, wie ich sie nur in diesem Fischerdörfchen vorfand“, erklärt der Geschäftsführer. „Und ich wollte eine starke Geschichte erzählen: spannend, kurzweilig, unterhaltsam. Mit viel Humor und Action.“

 

Die Freilichbühne in Ralswiek.

 

Hicks Tochter Anna-Theresa war noch ein Kind, als ihr Vater die Festspiele auf Rügen neu belebte. „Ungeheuer aufregend“ habe sie diese Zeit des Aufbruchs erlebt, blickt die heute 34-Jährige zurück. „Die Insel eroberte mein Herz im Sturm.“ Gern erinnert sie sich an ihren Auftritt im ersten Teil der Saga „Wie einer Pirat wird“.

Lampenfieber pur, als sie neben Störtebeker Norbert Braun auf der Bühne stand und Tausende Zuschauer vor sich sah. Das Theater wurde ihre große Liebe. Zielstrebig ging sie diesen Weg, studierte Marketing, arbeitete bei Film und Theater und ist heute als Geschäftsführerin des Störtebeker-Familienunternehmens mittendrin.

 

Jubiläumsstück steht in den Startlöchern

„Für die Jubiläums-Saison ist alles bereit“, sagt Anna-Theresa. Die Bühne wurde komplett ab- und aufgebaut. Die Koggen sind fit. Die Truppe steht. Allen voran ein neue Regisseur: Marco Bahr. Der Mecklenburger kommt von der Landesbühne Vorpommern, spielte in Berlin, Rostock, Neustrelitz. Neben Störtebeker (Bastian Semm) und Goedeke Michels (Andreas Euler) gesellen sich bekannte Fernseh-Gesichter: Volker Michalowski (Motzgurke aus dem Kinder-TV, Tatort) sowie Nicolas König (Rettungsflieger, Soko Köln).

 

 

Keinesfalls fehlen dürfe Frauenschwarm Mike Hermann Rader. „Sonst wären die Mädels enttäuscht“, lacht Anna-Theresa. Und natürlich werde es auch im Jubiläumsstück viele einzigartige Momente geben: Liebesszenen, „die ans Herz gehen“, deftige Witze, viel Aktion und überraschende Spezialeffekte, die sich „Fred Feuerstein“ ausgetüftelt hat…

Mehr Informationen gibt es unter www.stoertebeker.de.

 

Das Theaterstück „Im Schatten des Todes“

Klaus Störtebeker jagt wieder über die Insel Rügen, um im Namen der Gerechtigkeit fette Beute zu machen. Getreu dem alten Wahlspruch der Vitalienbrüder: „Gottes Freund und aller Welt Feind“ ruft ein neues Abenteuer. Mit der Premiere am 24. Juni beginnt auf der Naturbühne in Ralswiek ein fulminantes Seeräuber-Spektakel: „Im Schatten des Todes“ heißt das Stück im 25. Festspieljahr, mit über 150 Mitwirkenden, 33 Pferden, wilden Reitern, vier Schiffen, spektakulären Stunts und beeindruckenden Spezialeffekten. Allabendlich wird über dem Großen Jasmunder Bodden ein Feuerwerk in den Himmel steigen, das den Besuch auf der Insel Rügen zu einem unvergesslichen Erlebnis werden lässt.

Spielzeiten: 24. Juni bis 09. September, täglich (außer sonntags), Beginn: 20 Uhr
Ticket-Hotline: 03838 – 31100 sowie per E-Mail an info@stoertebeker.de.

 

Die Adlershow – Atemberaubende Greifvögel

Falkner Volker Walter präsentiert an den Spieltagen auf der Naturbühne Ralswiek eine unterhaltsame Flugvorführung mit seinen Greifvögeln. Musikalisch untermalt kreisen Adler, Falken, Bussarde im Aufwind, mit gewaltigen Flügelspannen in spektakulären Flugmanövern. Die Vögel werden im freien Flug mit ausführlichen Erläuterungen zu Biologie und Lebensweise der verschiedenen Arten vorgestellt.

Vorführungen: 26. Juni bis 09. September, jeweils 11 Uhr und 18 Uhr
Ticket-Hotline: 03838 – 31100

 

Fotos: stoertebeker.de

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