Fremde Kultur in Mecklenburg-Vorpommern

Japanischer Garten lockt in Feldberger Seenlandschaft

von Ute Köpke, 10.04.2018

Japanischer Garten - Einblick in eine andere Welt

Völlig entspannt und ohne Langzeitflug kann man inmitten der Feldberger Seenlandschaft die weit entfernte fernöstliche Atmosphäre erleben. Der Japanische Garten in Feldberg bietet eindrucksvoll auf einer Fläche von 1500 Quadratmetern japanische Gartenbaukunst. Beim Spazieren durch den Garten taucht der Besucher in eine andere Welt ein. Die fernöstliche Kultur erleben die Gäste bei Veranstaltungen zu traditionellen japanischen Höhepunkten und Festen.

Der Trockenbach im Feldberger Japangarten - er symbolisiert den Lauf des Lebens. Foto: Keiss
 

Japanische Gartenkunst aus deutscher Hand

Seit August 2010 ist der Japanische Garten in Feldberg am Entstehen und Wachsen. Initiator des Projekts ist Waldemar Keiss. "Ich habe eine Leidenschaft für japanische Gärten, vor allem aber interessieren mich traditionelle japanische Holzverbindungen," begründet der Feldberger seine Motivation zum Bau des Gartens.  Alle Gebäude wurden von ihm selbst mit diesen speziellen Verbindungen errichtet. Keiss hat sich über die Jahre aber selbst die komplizierten Holzbau- und Gartenbautechniken aus Fernost angeeignet. Und die sind alles andere als einfach zu erlernen und zu befolgen. "Der Garten gibt quasi die Kulisse für die Häuschen", beschreibt der hauptberufliche Zahntechniker die Bedeutung des originalen Zusammenspiels.

Der Kleinstgarten "Tsuboniwa" - die Bauten entstehen durch eine spezielle Verbindung.  Foto: Keiss 
 

Neugier auf das Unbekannte - Japanische Philosophie

Beachtenswert ist in der japanischen Gartenbaukunst, dass alles bestimmten Regeln folgt. So ist die Ausgewogenheit zwischen Steinen und Pflanzen einzuhalten. Zu Beginn eines Weges darf niemals das Ende des Weges zu erkennen sein, so bleibt die Neugier auf das Unbekannte und der Drang, dem Ziel näher zu kommen, gibt Waldemar Keiss die japanische Philosophie wieder.

Das Verhältnis zwischen Steinen und Pflanzen muss ausgewogen sein.  Foto: Keiss 
 

Japanischer Meister reist nach Deutschland 

Eindrucksvoll sind die mit traditionell japanischer  Holzarchitektur errichteten Gebäude. Sie schaffen eine besondere  Atmosphäre, bei der der Besucher das Gefühl hat, in einer anderen  Welt zu sein. Besonders interessant ist der Eingangsbereich. Für den Bau des Eingangsportals war sogar ein Zimmermann aus dem fernen Osaka nach Feldberg gekommen. Der japanische Meister Hiroshi hat mit  weiteren Japanbegeisterten aus Deutschland im Team das Eingangstor gebaut.

Blick vom Eingangstor des Japangartens auf den ersten Weg - die asiatisch gestalteten Wege laden zum Entdecken und entspannten Spaziergang ein. Foto: Keiss
 

Japanisches Teehaus - erst verbeugen, dann eintreten

Den Kern des Gartens bildet die Fläche rund um das Teehaus, gestaltet mit einem japanischen Ahornbaum. Das Teehäuschen ist ebenfalls streng nach japanischer Bauweise entstanden. Es besteht aus drei verschiedenen Deckenarten: ein geflochtenes Dach, eine Holzvertäfelung sowie ein Dach aus Bambusstangen. „So kommen die einzeln abgesetzten Decken besser zur Geltung“, erklärt Keiss. Auch über eine Tokonoma, ein grundlegendes Element der japanischen Innenarchitektur, verfügt das Teehäuschen. Die Tokonoma ist eine Nische, in der Bilder auf Reispapier passend zur kommenden Jahreszeit aufgehängt werden. Abgerundet wird die Dekoration einer Tokonoma durch ein Blumenarrangement. Wer in den Gastraum des Teepavillons möchte, muss übrigens durch eine Luke kriechen. Besucher haben sich somit quasi gezwungenermaßen zu verbeugen, was wiederum mit der japanischen Kultur zusammenhängt, so die Erklärung des Japankenners.  

 

Das Teehäuschen ist ebenfalls streng nach japanischer Bauweise entstanden.
 

Waldemar Keiss bringt Japan nach Deutschland

Zukünftig plant Waldemar Keiss Veranstaltungen zu traditionellen japanischen Höhepunkten und Festen wie das Kirschblütenfest im Frühling oder das Lichterfest. Die fernöstliche Kultur können Besucher dann auch entsprechend bei japanischen Essen in japanischen Räumlichkeiten oder kleinen Teezeremonien kennenlernen.

Wartebank zur Teezeremonie.  Foto: Keiss 
 

Führungen im japanischen Garten der Feldberger Seenlandschaft

Ab Mai 2018 werden jetzt im japanischen Garten jeden Mittwoch Führungen angeboten. Während der Gartenführung gibt es an vielen Bereichen kleine Geschichten über Steine, Pflanzen, Verhaltensregeln und warum man sich bei allen vorhandenen Durchgängen bücken sollte. Erläutert werden auch scheinbar einfache, unbedeutende Dinge. So enthalten zum Beispiel die Wege, Rundholzverbindungen oder Zäune sorgfältig ausgeführte Feinheiten, die erst auf den zweiten Blick erkennbar sind.  

Für die Gartenführung bitte anmelden im “Haus des Gastes”. 
Kontakt: www.feldberger-seenlandschaft.de

Weitere Informationen auf 

www.japangartenfeldberg.de

 

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