Ostseebad Ahrenshoop - Spaziergang durch einen gemalten Ort

- Fast wie auf einem Gemälde: Solche Blicke über die Ostsee wussten die Maler der Künstlerkolonie schon vor mehr als 100 Jahren zu schätzen. (Foto: Andreas Heimann/dpa/tmn)
Die Schönheit der Natur und die Weite des Himmels mit seinem einzigartigen Licht ziehen schon seit über 100 Jahren Maler in ihren Bann. Diese verwandelten das ehemalige Fischerdorf Ahrenshoop in eine quirlige Künstlerkolonie. Und auch heute noch ist das Seebad an der Ostsee laut Eigenwerbung "ein Ort wie gemalt". Denn dort auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst schmiegt sich ein reetgedecktes Haus an das andere. Und die alten Räucherkaten stellen sich zum Porträt auf. Beim Spaziergang durch Ahrenshoop kann der Besucher die Seele baumeln oder sich durch die Kunst, auf die man allerorts stößt, inspirieren lassen.
Ein möglicher Ausgangspunkt für einen Rundgang ist die Schifferkirche im Paetowweg. Sie wurde 1951 in Form eines umgedrehten Schiffrumpfes entworfen und mit dem typischen Schilfdach gedeckt. Im Inneren hängen vier Schiffsmodelle von der Decke herab, die für Glaube, Liebe, Hoffnung und Frieden stehen. Von der Kirche führt der Weg zur Dorfstraße, der Hauptverkehrsader der kleinen Gemeinde. Dort lohnt sich ein Abstecher in die Galerie "Alte Schule". 1828 wurde das frühere Schulgebäude errichtet, seit 2006 beherbergt sie eine Galerie. Anschließend folgt man weiter der Dorfstraße, bevor es nach links in den Bernhard-Seitz-Weg geht. Beim Flanieren durch den Ort fallen die farbenfrohen Haustüren auf, eine Besonderheit der Region. Sie sind eng mit der maritimen Kultur der Darßer Segelschifffahrt verbunden. Die aufwendigen Ornamente haben Symbolcharakter. So steht beispielsweise die aufgehende Sonne für die glückliche Heimkehr der Seeleute.
Nächster Halt ist das Dornenhaus, welches Künstlern unzählige Male als Motiv diente und heute wechselnde Ausstellungen, vorwiegend norddeutscher Künstler beherbergt. Um 1660 erbaut, war es über die Jahre Bauern-, Seefahrer- sowie Zollhaus. Nur einige Meter weiter, zieht einen das Neue Kunsthaus in seinen Bann, das sich in Ausstellungen der zeitgenössischen Kunst Mecklenburg-Vorpommerns widmet.
Am Ende des Weges gelangt man erneut auf die Dorfstraße. Auf dieser spaziert man ein Stück zurück und biegt dann nach links in den Grenzweg, der direkt zum Strand führt. Zur linken Seite bäumt sich das Hohe Ufer auf, die bis zu 18 Meter hohe Steilküste. Zur Rechten erstreckt sich ein schier endloser Strand. Am Abend können hier romantische Sonnenuntergänge erlebt werden. Doch zuvor sollte man am Strandübergang Nummer elf dem Meer noch einmal den Rücken zukehren. Denn ein Stück weiter oben gibt es ein Wahrzeichen aus der Zeit der Malerkolonie zu bewundern: den Kunstkaten. Er wurde 1909 als Ausstellungsgebäude eingeweiht und zählt zu den ältesten Galerien Norddeutschlands.
Nun aber zurück an den Strand, um das Farbspektakel der untergehenden Sonne nicht zu verpassen - der perfekte Ausklang für einen Tag, der von Farbeindrücken geprägt war. Aber auch das gemütliche Ambiente zahlreicher Restaurants lädt zum Verweilen. Übrigens: Wer eine Kunst-Auszeit benötigt, sollte einen Abstecher zum idyllisch gelegenen Hafen von Ahrenshoop-Althagen machen. Von hier aus kann man in historischen Fischerbooten, den sogenannten Zeesbooten, über den Saaler Bodden fahren und das Segelgefühl vergangener Jahrhunderte hautnah erleben.




