Lustwandeln im Licht der „weißen Perlen“

Kontinentaleuropas längste Seebrücke in Heringsdorf.

Ein Spaziergang entlang der "3 Kaiserbäder" auf Usedom bedeutet doppelten Genuss. Nirgendwo sonst bieten sich einem die Ruhe des Meeres auf der einen und die Schönheit majestätischer Villen auf der anderen Seite. Nahezu lückenlos reihen sich die französischen Renaissancepaläste und klassizistischen Prachtbauten kilometerlang von Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin aneinander und betören den Betrachter mit ihrer oftmals ungetrübten Anmut.

Auch nach über einhundert Jahren lassen sie förmlich den Geist der Gründerzeit erahnen, als das wohlhabende Bürgertum aus Berlin sowie der Adel aus anderen Städten nach Usedom reiste, um dort die frische Meeresluft einzuatmen. Die wussten schon Künstler wie Leo Tolstoi oder die Mann-Brüder zu schätzen, die es regelmäßig als Urlauber auf die Insel zog. 1824 eröffnete in Swinemünde die erste Badesaison, auf der damals noch ungeteilten Insel und läutete damit die Ära der Kaiserbäder ein. Dank finanzieller Unterstützung des preußischen Königs konnte das mondäne Ostseebad bereits nach drei Jahren auf 2200 Besucher verweisen. Nach Zinnowitz und Ahlbeck schloss sich Bansin 1897 als letzter Kurort an. Die touristische Bedeutung Usedoms wurde 1876 mit einer direkten Bahnverbindung von Berlin nach Ahlbeck und Swinemünde manifestiert. Die Strecke wurde mit Sprengung der Karniner Hubbrücke Ende des Zweiten Weltkrieges stillgelegt und ist seitdem nicht wieder aufgenommen worden. Dennoch ist der Reiz der Badeanstalten auf Usedom ungebrochen.

Nicht nur das Badevergnügen selbst machen ihre Beliebtheit aus. Die kilometerlange Strände laden zu Spaziergängen ein. Entspannung bietet sich nicht nur beim Schlendern entlang der Promenade. Es genügt bereits eine Tasse Tee inmitten des herrschaftlichen Ambientes vieler Villen-Cafés, dabei den Blick auf die Ostsee schweifend und schon stellt sich jenes Wohlbefinden ein, das seit Generationen geschätzt wird. Es ist die einmalige Architektur, die schon den Maler Lyonel Feininger zum Zeichnen anregte, welche den besonderen Reiz Usedoms ausmacht. Wenn dann die Sonnenstrahlen den zumeist hellen Anstrich der Villen - liebevoll auch "weiße Perlen" genannt - zum Leuchten bringen, entfaltet sich erst richtig das berühmte Kurortgefühl. Inmitten der würzigen Luft des Meeres und des einzigartigen Ambientes der Bäderarchitektur sind die drei Kaiserbäder Orte der Wohltat und perfekt für jene, die Leib und Seele wieder vereinen wollen.

Meckpomm. Aber sonst ist alles Urlaub.




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