Schönheiten im Moos

Pilzberater Klaus Warning bei der Arbeit (Foto: privat)

Klaus Warning ist immer auf der Suche nach Schönheiten. Möglichst unterschiedliche Formen können diese haben und wenn sie außerdem noch bunt schimmern, ist die Freude unermesslich. Rund 1030 solcher Fund-Momente hatte Klaus Warning bereits, jeder einzelne in Bildern dokumentiert in einem Ordner namens "Pilze". Klaus Warning liebt Pilze und deren Mythologie.

Am liebsten ist er bei seiner Suche allein im Wald unterwegs, immer dabei sein Proviant und die Kamera. Die holt er raus, wenn er wieder "eines dieser wunderhübschen kleinen Dinger" im Moos entdeckt.

Seit seiner Kindheit beschäftigt sich Klaus Warning mit der Vielfalt der Pilze. Doch als arbeitender Ehemann und Vater und als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr war er lange Zeit viel zu sehr abgelenkt, um sich dieser Leidenschaft zu widmen. Als er 1998 seinen Job als Betriebshandwerker in einem Möbelwerk in Bützow verlor, wo er heute noch lebt war endlich die Zeit gekommen, sich intensiv den Pilzen zu widmen.

Der 70-Jährige ist einer von aktuell 48 offiziell zertifizierten Pilzberatern in Mecklenburg-Vorpommern, dass als einziges Bundesland der Republik öffentliche Stellen für diesen Bereich besetzt. Klaus Warning kann genau sagen, welche versehentlich gesammelten giftigen Doppelgänger im Körbchen besser nicht in der Pfanne landen sollten. Weil er vom 1. Januar bis zum 31. Dezember des Jahres in regelmäßigen Abständen im Wald unterwegs ist, weiß er immer, an welcher Stelle man zu welcher Zeit noch fündig werden kann.

Noch besser die Unterschiede der Sorten erklären kann er während einer Pilzlehrwanderung durch die Vierburgwaldung bei Bützow. Ziel dessen sei es nicht, "Körbeweise Pilze aus dem Wald herauszutragen", sagt Klaus Warning. Worauf es ankomme, sei das Erkennen, nicht das Essen. Aufzuzeigen, dass Pilze ganz anders aussehen können als der Fliegenpilz mit rotem Hut und weißen Punkten, der auf einem weißen Stil ruht. Die Vielfalt dieser Schönheiten, diese Formen, das sei es irgendwie sagt Klaus Warning und kommt sich ein wenig lächerlich vor, weil er kaum beschreiben kann, was ihn eigentlich so sehr an diesen kleinen Waldbewohnern fasziniert.

Welche Unterschiede die 5000 bis 6000 Pilzarten in Mecklenburg-Vorpommern aufweisen, zeigen er und seine Kollegen aus dem Kreis Güstrow immer Anfang Oktober in einer Ausstellung im Natur- und Umweltpark in Güstrow.

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